photo: michael loizenbauer, david payr, chris haring
So versteht er z.B. Leichtigkeit als Reaktion auf die Schwere des Lebens und meint letzendlich eine Form der Narration, die den Dingen das Gewicht nimmt. Schnelligkeit interpretiert Calvino als „mentale Geschwindigkeit" aber auch die "maximale Verdichtung der Poesie und des Denkens". Genauigkeit ist das Instrument gegen eine „Pest der Sprache, die sich als Verlust von Unterscheidungsvermögen und Unmittelbarkeit ausdrückt als ein Automatismus, der dazu neigt, den Ausdruck auf die allgemeinsten, anonymsten und abstraktesten Formeln zu verflachen".
Calvinos Vorschläge für eine neue literarische Sprache bilden die Grundlage für diese Produktion. Der bildende Künstler Günter Brus liefert in dieser Inszenierung einen literarischen Anriss des ungeschrieben sechsten Teils.
Performativ und musikalisch folgt das Stück einer Linie, die anhand der Brüche und Abweichungen neue Formen und Bedeutungen enstehen lässt. Grace Note baut auf einem "Klangskript" auf; alles, was auf der Bühne geschieht, wird in Form einer "akustischen Geschichte" gedacht. Das Ensemble PHACE und Tänzer der Company Liquid Loft interpretieren eine Musik, die sich in ständiger Bewegung befindet, einem harmonischen Regen gleich, der fragmentarisch auf die sich auf der Bühne befindenden Körper fällt. Musikalische und visuelle Szenarien werden kreiert, in denen eine Körperbewegung einen klanglichen Rhythmus brechen kann oder ein gezeichneter Strich eine Reihe von neuen Ereignissen bestimmen kann.
In dem spartenübergreifenden Projekt, das als Koproduktion mit Tanzquartier Wien und Wien Modern und in Zusammenarbeit mit dem ICST Zürich und Liquid Loft entstanden ist, bilden Performance und Installation - Akustik und Elektronik, eine dynamischen Struktur durch die Interaktion von Klang und Bewegung. Der Komponist Arturo Fuentes sieht in Tanz und Theater den menschlichen Körper als Klangkarte, in der sich verschiedene Rhythmen und Tempi kreuzen; frei nach Günter Brus definiert er den visuellen und szenischen Kontext seiner Werke als Taube Musik, Akzentfreies Schweigen, Dunkelkammermusik oder Augenmusik.
